Chia Pflanze

Die Mexikanische Chia (Salvia hispanica) gehört, botanisch gesehen, zur Familie der Lippenblüter und stellt eine Verwandte unseres Salbeis dar. Ursprünglich ist sie in Mexiko und Guatemala beheimatet. Von dort hat sie sich jedoch bereits vor langer Zeit nach ganz Zentral- und Südamerika ausgebreitet.

Die Bezeichnung Chia stammt aus der Nahuatl-Sprache, in der „chian“ soviel wie „ölig“ bedeutet. Neben der Mexikanischen Chia Pflanze wird auch noch eine zweite Art ebenfalls Chia genannt, nämlich die Kalifornische Chia (Salvia columbariae), die ebenso kommerziell angebaut und ähnlich genutzt wird wie die Mexikanische Chia.

 

 
Salvia hispanica ist eine einjährige Pflanze, die Wuchshöhen bis zu zwei Metern erreicht. Ihre krautigen Blätter sind 3-5 cm breit und 4-8 cm lang und gegenständig angeordnet. Sie blüht blauviolett bis weiß von Juli bis August/September. Für den menschlichen Verzehr verwendet werden nur die wenige Millimeter großen, glänzenden, weißen oder braunschwarzen Samenkapseln.

Chia Pflanze
Chia Pflanze

 

Kommerzieller Anbau

Kommerziell kultiviert wird die Chia Pflanze, außer in ihren Ursprungsländern, in mehreren Ländern Südamerikas, sowie in Australien. Mexiko, Argentinien, Bolivien und Paraguay sind, neben Australien, die derzeit größten Produzenten. Wegen der ständig steigenden Nachfrage dürften jedoch bald noch weitere Länder nachziehen.

Die Chia gedeiht am besten in tropischen und subtropischen Regionen, in denen nicht zu viele Niederschläge fallen, dort jedoch durchaus auch bis in große Höhen.

Die Aussaat erfolgt im späten Frühjahr in Rillen mit Hilfe großer Aussaatmaschinen. Die Samenernte findet im Herbst (November) mit Hilfe von Mähdreschern statt. Bevor die Samen die große Reise in viele Länder der Welt antreten, werden sie zuvor noch einer gründlichen Reinigung unterzogen. Hierfür verwendet man vibrierende Förderbänder, die gleichzeitig sortieren und reinigen. Leichte Samen (mit niedrigem Ölgehalt) fallen dabei seitlich herunter, während die schweren (mit höherem Ölgehalt) liegen bleiben. Ventilatoren sorgen dafür, dass Blätter und sonstige Pflanzenreste weggeblasen werden.

Die mexikanischen Kleinbauern kultivieren die Chia traditionell mit Fruchtfolge und anderen ökologisch wertvollen Methoden, die die Bodenfruchtbarkeit bewahren. Chemische Mittel kommen bei ihnen nicht zum Einsatz. Diese wären sogar kontraproduktiv, da die Ernte desto üppiger ausfällt, je mehr Insekten vorhanden sind, um die Blüten zu bestäuben. In Mexiko kann ein ein Hektar großes Chiafeld in einem guten Jahr mit einer ausreichenden Regenmenge 500-600 kg Chia Samen abwerfen. Der Ertrag pro Pflanze liegt dabei in etwa bei 6-8 g.

Seit 2009 hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit den Körnern der Chia befasst und ihnen dadurch den Weg in die EU geebnet, wo sie seit 2013 als „neuartiges Lebensmittel“ zugelassen sind.

 

Verwendung

Bei den Mayas, Azteken und Inkas war die Chia Samen Pflanze ein wichtiges Grundnahrungsmittel, geriet aber in den Jahrhunderten danach fast in Vergessenheit oder wurde fast nur noch als Tierfutter verwendet. Dafür sorgten schon die spanischen Eroberer, die im 16. Jahrhundert das Azteken-Reich zerschlugen. Im Zuge ihrer Eroberungszüge gelangte das kleine Kraftspender-Korn nach Spanien, wodurch es von Linne später den irreführenden wissenschaftlichen Namen Salvia hispanica erhielt.

Chia erlebt heute auch in seinen Heimatländern wieder eine Renaissance. Die Körner werden roh oder getrocknet, geröstet oder gemahlen, verzehrt, in Saucen oder als Verdickungsmittel verwendet. In Wasser eingelegt, quellen Chia Samen auf und bilden dabei eine schleimige Polysaccharidschicht – ähnlich wie Leinsamen.

Chia Samen werden nicht nur für den menschlichen Nahrungsbedarf verwendet, sondern auch als Hühnerfutter. Man erhält damit Eier, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind.

 

Anbau und Pflege in Deutschland

Chia selber pflanzen und pflegen ist auch in unseren Breitengraden möglich – unter günstigen Bedingungen sogar im eigenen Garten. Allerdings ist einiges zu beachten, wenn man aus den Keimlingen am Ende eine Pflanze mit voll ausgereiften Chia Samen erhalten will.

Voraussetzung für die Kultur der Chia ist ein sonniger und warmer Standort mit einer möglichst lange Angebot und unbedingt frostfreien Vegetationsperiode. Selbst karge, nährstoffarme Standorte und längere Trockenzeiten kann sie verkraften, bevorzugt jedoch regelmässige Bewässerung ohne Staunässebildung.

Entweder man kauft die Samen im Reformhaus und zieht die Pflanzen selber oder man versucht, die jungen Chia Pflanzen als Sämlinge zu kaufen, wobei sich das Projekt Chia Pflanze kaufen mangels Angebot nicht ganz einfach gestalten dürfte.
 

 
Bei Selbstaussaat zieht man in der Regel die Pflanzen im Frühjahr im Haus vor. Hierfür werden die Samen einzeln in Blumentöpfe oder -kästen gelegt und nur wenig (maximal 5 mm) mit Erde bedeckt (Chia Samen sind Lichtkeimer!). Anschließend muss man sie immer leicht feucht halten, jedoch unbedingt darauf achten, das keine Staunässe entsteht, weil sie sonst rasch faulen. Sobald die Pflänzchen eine Wuchshöhe von circa fünf Zentimetern erreicht haben, kann man sie an einen sonnigen bis halbschattigen Ort im Freien auspflanzen.

Beginnt man erst später mit der Aussaat (Ende Mai), kann man die Samen auch direkt ins Freiland säen, wobei jedoch auch hier der Untergrund permanent leicht feucht gehalten werden muss.

Mit Insekten wird man kaum jemals Kalamitäten erleben, denn diese meiden die Chia weitestgehend. Mit der Blüte ist bei den Chia Pflanzen von etwa Anfang bis Mitte September zu rechnen. Für die Ausbildung der Samen benötigen sie dann jedoch noch ungefähr 45 (frostfreie!) Tage, bis man die Blütenköpfe ernten und die Samen vorsichtig ausschütteln kann.

Chia Samen kaufen

(Bild Chia Pflanze: Dick Culbert from Gibsons, B.C., Canada)

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