Nacktyoga – trendig, schräg und doch irgendwie lebensbereichernd

nacktyoga

Mittlerweile hat es Yoga von einer esoterischen Nischen-Bewegungsform zu einer salonfähigen Sportart geschafft, die in so gut wie jedem Fitnessstudio als Kurs angeboten wird. Hatha Yoga, Acro Yoga, Fitnessyoga – und was es nicht alles für Yoga-Formen gibt…

Da ist es fast schon erstaunlich, dass wir trotz all den verschiedenen Yogatypen noch einmal einen drauf setzen müssen. Denn jetzt sollen wir uns nicht mehr nur auf unseren Atem fokussieren und den „herabschauenden Hund“ machen, sondern uns dabei auch noch vollständig entblößen.

Klingt befremdlich, ist aber für viele Menschen eine echte Bereicherung. Wir erklären, warum das so ist.

Yoga als Stressausgleich in der westlichen Welt

Dass Yoga für viele Menschen eine wichtige Stellung im Leben einnimmt, ist aus vielerlei Gründen verständlich. Es dient als Stressausgleich in unserem so überaus umtriebigen Alltag. Es gibt uns die Zeit, in unserem Körper hineinzuhorchen, um nicht nur physische Wehwehchen „herauszustretchen“, sondern auch um unseren Geist zu beruhigen.

Yoga ist keine Leistungssportart. Yoga ist viel mehr als Meditation zu verstehen, bei welcher wir uns über unserem Atem mit unserem Körper verbinden. Sofern nicht ausdrücklich erwünscht, lautet die Yoga-Philosophie: „Gehe niemals weiter, als möglich und fokussiere dich auf dein Inneres“. Als wichtigster Beobachtungsgegenstand wird hierbei der Atem angeführt. Diesen gilt es nicht zu modifizieren, sondern zu beobachten, fließen zu lassen und über ebenjenen jeglichen Druck „herauszuatmen“.

Unterm Strich wird Yoga aus vielen Gründen praktiziert. Dazu zählen:

  • ​Spirituelle Gründe
  • ​Gesundheitliche Gründe
  • ​Als sportlicher Ausgleich (ja, man kann auch ins Schwitzen kommen)
  • ​Soziale Gründe (riesige und vielseitige Community)

Zusammenfassend können wir sagen, dass der nicht vorhandene Leistungsdruck gepaart mit der Entspannung und dem stetig wachsenden Körperbewusstsein einen idealen Stressausgleich liefert. Daher ist Yoga auch eine gern praktizierte Aktivität, wenn eine stärkere Performance in Beruf, Sport oder im Privatleben das Ziel ist.

yoga

Yoga ist ja schön und gut – aber warum muss ich nackt sein?

Warum Yoga so hilfreich sein kann, ist leicht zu verstehen. Doch warum man es obendrein nackt praktizieren soll, ist ein anderes Thema. Die Stichwörter „Freiheit“ und „Akzeptanz“ und „Selbstbewusstsein“ sind an dieser Stelle zentral.

Da Yoga insbesondere darauf abzielt, Körper und Geist in ein natürliches Gleichgewicht zu bringen, sollten möglichst alle Störfaktoren beseitigt werden. Kleidung, vor allem hautenge Leggins oder Tops, können solche Störfaktoren sein. Auf physischer Ebene schränken sie den Blutfluss ein und auf seelischer Ebene setzen sie eine unterschwellige Grenze fest.

Kinder wissen das instinktiv und lieben es daher, nackt durch die Gegend herumzutollen. Ja, und auch so manch ein Erwachsener ertappt sich gelegentlich dabei, wie er nackt durch seine Wohnung tanzt, wenn er sich in privater Sicherheit wähnt…

Das Gefühl, seinen Körper völlig barrierefrei durch die Atmosphäre gleiten zu lassen, setzt Glücksgefühle frei – sobald man die erste mentale Barriere einmal überschritten hat.

Die eigene Verletzlichkeit ist der Weg zu einem besseren Selbstbewusstsein

Schaut man sich auf den Straßen, in den Printmedien und den sozialen Netzwerken um, werden wir im Sekundentakt von perfekten Körpern bombardiert. Da ist es nur naheliegend, dass wir unsere eigenen „nicht perfekten“ Körper weniger wertschätzen. Das Prinzip von Nacktyoga setzt genau hier an und konfrontiert dich mit dem, was du 99% deiner Zeit verdeckst.

Frage dich selbst: ​Wann hast du dich zum letzten Mal nackt gezeigt? Oder anders gefragt: Wann hast du dich zum letzten Mal nackt in eine Position gebracht, in der du völlig verletzlich bist.

Der unverblühmte Blick auf sich selbst und der damit einhergehende Scham provozieren eine ganz neue Selbstwahrnehmung, die weit über die Nacktyoga-Stunde hinausgeht. So berichten Praktizierende eigentlich fast immer davon, wie viel selbstsicherer sie sich in ihrer Haut fühlen, sobald Sie diese mentale Grenze der Selbstentblößung überschritten haben.

Dieses verbesserte Selbstbild, diese Verbindung zu seinem nackten Körper führt unweigerlich zu einer attraktiveren Aura – sowohl energetisch, wie auch sexuell.

Fassen wir einmal zusammen, welche tiefgehenden Vorteile Nacktyoga mit sich bringt.

  • Freiheitsgefühl
  • Besseres Körperbild
  • Mehr Eigenakzeptanz
  • Stärkere Bindung zu sich
  • Mentale Grenzüberschreitung (im positiven Sinne)
  • ​+ alle weiteren Vorteile von „normalem Yoga“

Nacktyoga zuhause oder im Kurs machen?

So vorteilhaft Nacktyoga auch sein kann, es ist immer noch mit einer natürlichen Schambarriere behaftet. Daher gehört eine große Portion Mut dazu, sich direkt in einem Nacktyoga-Kurs anzumelden.

Dort gilt es, nicht nur sich selbst nackt zu spüren, sondern sich auch gleich anderen Menschen dabei zu präsentieren. Andererseits musst du dir vor Augen führen, dass du nicht der/die einzige bist, die mit diesen Ängsten den Kursraum betritt.
Um sich selbst erst einmal mit der Materie vertraut zu machen, kann es hilfreich sein, ein paar Positionen zuhause durchzuführen. Dafür brauchst du nichts weiter als eine Yogamatte und einige YouTube-Videos (mit angezogenen Yogaübungen) oder einen Yoga-Online-Kurs.

Je wohler du dich fühlst und je nachdem wie bereichernd du die Praxis für dich empfindest, desto interessanter wird ein Yogakurs.

yogamatte

Yogamatte

Keine Sorge: Spanner und sexuelle Hintergedanken haben keinen Platz in einem Kurs!

Da der Nacktyoga Kurs ein sehr sensibler Raum für jeden Teilnehmer ist, wird vehement darauf geachtet, dass keine sexuellen Motive keinen Anklang finden. Sobald jemand unangenehm auffällt, zögern ausgebildete Trainer und Trainerinnen nicht, diese Person des Kurses zu verweisen.

Ansonsten ist die erhöhte Schambarriere auch gleichzeitig eine Chance. Die besondere Energie, die durch die Selbstentblößung (oder besser: Selbstbefreiung) entsteht, wird potenziert. Denn nicht nur du, sondern auch jeder andere Teilnehmer erlebt das Gefühl der positiven Grenzüberschreitung und des Spannungsabfalls.

Nacktyoga: Fazit

Der besondere Reiz von Nacktyoga ist definitiv spiritueller Natur. Die Möglichkeit, persönlich zu wachsen, das Spiel mit dem eigenen Scham und der unverhüllte Blick auf sich selbst zählen zu den Hauptmotiven der meisten Anfänger. Später sorgt das verbesserte Selbstbild und der positivere Umgang mit seinem nackten Ich, sowie der vorhandene Stressausgleich dafür, dass aus Anfänger regelmäßige Besucher eines Kurses werden.

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About the author

Judith

Judith ist Gesundheitsexpertin und Ernährungsberaterin. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, motivierte Menschen dabei zu unterstützen ihr Fitnessziel zu erreichen. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich gesund Abnehmen und wohlfühlen.


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